An dieser Stelle werden Texte, Informationen und Dateien zu Armenien veröffentlicht, die in meinen Recherchen z.B. für Radiobeiträge und Podcasts entstanden sind. Unterstützt werde ich dabei von Frau Prof. Armenuhi Drost-Abgarjan. Frau Drost-Abgarjan ist Leiterin der MESROP Arbeitsstelle für Armenische Studien und Professorin für Armeniologie am Seminar Christlicher Orient und Byzanz der Universität Halle-Wittenberg – und damit die einzige Inhaberin einer Professur für Armenien-Studien in ganz Deutschland. Die Radiosendungen im Dezember 2020 und Februar 2021 entstanden in Kooperation mit Radio Corax und wurden gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt.

Ost Orientierung
Eine Sendereihe mit Informationen über Russland, die ehemalige Sowjetunion und einem Fokus auf Armenien


Aktuelle Folge Ost Orientierung 16.07.2021 um 17 Uhr auf Radio Corax:
Aktivist*innen für Frauenrechte und Hass und Gewalt gegen die LGBTQ-Community in Armenien, Aserbaidschan und Georgien
Gespräch mit Nane Khachatryan, Rovshana Orujova und Edita Badasyan und Dr. Hilmar Preuß.


Die Expertinnen berichten über die Situation von Frauen, Aktivist*innen und NGOs im Südkaukasus die sich gegen häusliche Gewalt und für Frauenrechte sowie Minderheiten engagieren. Ein spezielle Punkt ist Hintergründen und Formen von Hass und Gewalt gegen die LGBTQ-Community gewidmet. Aus rechten und religiösen Kreisen gibt es immer wieder Drohungen und Angriffe gegen andersartige Menschen. Im Juli diesen Jahres ist sogar ein Todesofper in der georgischen Hauptstadt Tiflis zu beklagen.
Nane Khachatryan ist Politikwissenschaftlerin und promoviert an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zur Transformation des Parteiensystems in Armenien. Aktuell ist sie zu Feldforschungen in Armenien. Rovshana Orujova studierte in Baku Ostwissenschaften und studiert gegenwärtig Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin. Sie ist Stipendiatin der RLS und schreibt und recherchiert zu Antimilitarismus, Queer Community und intersektionalen antiautoritären Feminismus in Aserbaidschan. Edita Badasyan hat jahrelange Erfahrung als freie Journalistin aus Georgien. Sie berichtete u.a. für die Rundfunksender der ARD, das Deutschlandradio, den Schweizer Rundfunk und den ORF. Edita Badasyan recherchierte und berichtete bereits intensiv zu Frauenrechten und LGBT im Südkaukaus.

Live hören: https://radiocorax.de/programm/jetztonair/

Weitere Infos: https://drhilmarpreuss.net/armenien-im-fokus/

Fiktive Reise in Kultur und Geschichte Armeniens – kreatives Projekt mit Schrift und Bild

Im Frühjahr 2021 startete unter Coronabedingungen dieses neue Schreibprojekt. Es entwickelte sich, da ich – unterstützt von Frau Prof. Armenuhi Drost-Abgarjan und der Forscherin Nane Khachartryan – seit Dezember 2020 über Radiosendungen im freien Radio Corax Informationen zu Armenien und armenischer Kultur und Politik verbreiten helfe. Zur Begleitung habe ich eine Rubrik auf meiner Website eingerichtet. Hintergrund ist der Befund, dass der im Herbst 2020 tobende Krieg um Bergkarabach zeigte, wie wenig Armenien in der breiten Öffentlichkeit sowohl Deutschlands insgesamt, als auch Sachsen-Anhalts präsent ist. Die wissenschaftliche Arbeit im akademischen Raum benötigt unbedingt eine zugängliche Ergänzung für weitere Kreise der Öffentlichkeit. Um mehr Interesse für die Armenierinnen und Armenier mit Land und Leuten zu wecken möchte ich in meinem aktuellen Projekt überlegen, wie ich als Autor mittels einer fiktiven Reise in den Südkaukasus nach Armenien von Jerewan über den Sewansee und andere Orte einen Zugang zu mehr Interesse in der deutschen Öffentlichkeit bieten kann. Hierzu sollen alte Fotos und Diapositive von Urlaubsreisen gesucht werden – dazu folgt weiter unten ein Aufruf zur Mithilfe.

Beginn der fiktiven Reise

Über Frau Prof. Drost-Abgarjan wurden bereits erfolgreich Armenienreisende erreicht und für eine Mitwirkung gewonnen. Mit Hilfe von Familie Damm sind bereits dutzende Diapositive zusammengetragen worden. Ein waschechter Reiseleiter steht ebenfalls bereit. Gegenwärtig laufen Interviews und Gespräche zu den Reiseerinnerungen und familiären Überlieferungen.

In der alten Bibliothek fanden sich zuerst Landkarten aus dem vorigen Jahrtausend wie sie Reisende aus den Franckeschen Stiftungen vielleicht gefunden hätten:

Aufruf zum Sammeln von Fotos und Reiseerinnerungen zu Armenien

Sehr geehrte an Armenien und armenischer Geschichte und Kultur interessierte Leser*innen,

im Rahmen eines kleinen eigenen Projektes suche ich Bürgerinnen und Bürger die entweder zu Zeiten der DDR oder in den letzten Jahrzehnten Armenien bereist haben. Insbesondere Menschen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Hintergrund ist der Befund, dass der im Herbst 2020 tobende Krieg um Bergkarabach zeigte, wie wenig Armenien in der breiten Öffentlichkeit sowohl Deutschlands insgesamt, als auch Sachsen-Anhalts präsent ist. Die wissenschaftliche Expertise der MESROP Arbeitsstelle für Armenische Studien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und kooperierender Institute wird von Menschen außerhalb der Wissenschaft wenig wahrgenommen.

Unterstützt von Frau Prof. Armenuhi Drost-Abgarjan bemühe ich mich seit Dezember 2020 über Radiosendungen im freien Radio Corax Informationen zu Armenien und armenischer Kultur und Politik zu verbreiten. Zur Begleitung habe ich eine Rubrik auf meiner Website eingerichtet. Für die fiktive Reise sollen noch weitere alte Fotos und Diapositive von Urlaubsreisen gesucht werden. Bei Interesse bitte ich um Kontaktaufnahme und die Bereitschaft einzelne Aufnahmen und Erinnerungen zur Verfügung zu stellen. Z.T. besitzt die ältere Generation der Eltern und Großeltern Erinnerungen an eigene Urlaubsreisen noch aus den 1980er Jahren oder ruhigeren Phasen der unabhängigen Republik Armenien. Nach dem Zusammentragen einiger Fotomaterialien soll der Entwurf eines kreativen Arrangements verschiedener Fotografien zu einer fiktive Reise erstellt werden. Dies soll zeigen ob eine positive Bezugnahme für eine interessierte Leserschaft außerhalb von Fachkreisen möglich wird.

Bekanntmachung des BMBF: Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit mit der Republik Armenien

im Rahmen der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung
Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit mit der Republik Armenien, Bundesanzeiger vom 27.05.2021

Förderziel und Zuwendungszweck

In ihrer am 24. August 2011 gemeinsam unterzeichneten Absichtserklärung vereinbarten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Staatskomitee für Wissenschaft der Republik Armenien (inzwischen umbenannt in: Wissenschaftskomitee der Republik Armenien, kurz: Wissenschaftskomitee) unter anderem folgende gemeinsame Zielsetzungen:

  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen Forschungszentren, Universitäten und Forschungsgruppen sowie Ausbau der Beziehungen zwischen den Wissenschaftsgemeinschaften beider Länder,
  • Förderung des Austauschs von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Expertinnen und Experten, insbesondere beim wissenschaftlichen Nachwuchs,
  • Förderung wissenschaftlicher Kooperationsprojekte von gemeinsamem Interesse,
  • Förderung der gemeinsamen Teilnahme deutscher und armenischer Einrichtungen am Rahmenprogramm der Europäischen Union (EU),
  • Unterstützung der Integration der armenischen Wissenschaftslandschaft in den Europäischen Forschungsraum.

Vorlage und Auswahl von Projektskizzen – Einreichungsfrist 27.05.2021 – 31.08.2021

Bis spätestens 31. August 2021 sind in der ersten Verfahrensstufe zunächst Projektskizzen in schriftlicher und/oder elektronischer Form über das elektronische Skizzentool „easy ­Skizze“ einzureichen!

Ausführliche Informationen auf der Website des BMBF: https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-3618.html

aktuelle Veranstaltungen:

29.06. 16:15 Uhr: Professor Gerard Libaridian: Why Diplomacy Failed and War Succeeded in the Karabakh Conflict?

Im Vortrag werden die Gründe behandelt, die zum Scheitern der Verhandlungen im Karabach-Konflikt beigetragen haben und den Krieg zum bevorzugten Lösungsweg machten. Relevant sind dabei innerstaatliche, regionale und internationale Prozesse und Versäumnisse. In Anbetracht der Tiefe und des Ausmaßes des Interessengegensatzes und der Projektionen der Konfliktparteien wurde der Krieg stets als akzeptable Alternative zu Verhandlungen aufrechterhalten. Wie stellt sich die Situation heute, nach dem aserbaidschanischen Sieg, dar?

Der Referent Professor Gerard Libaridian ist ein pensionierter Historiker und Diplomat und hat sich intensiv mit dem Karabach-Konflikt beschäftig. Er hat zahlreiche Vorträge über Armenien, den Südkaukasus und die Geopolitik dieser Region gehalten sowie Publikationen zur Thematik verfasst.

08. Juni 16:15 Uhr: Dr. phil. habil. Armen Kazaryan (Moskau) „Medieval Architecture of Artsakh: It‘s roots and value“ – Fortsetzung der digitalen Ringvorlesung Die 44 Tage des Kara Bagh versus Arzach

Durch die trilaterale Vereinbarung (Armenien, Aserbaidschan, Russland) zum Waffenstillstand vom 9. November 2020 sind 192 armenische Siedlungen (7 Städte, darunter die Kulturhauptstadt Schuschi, und 185 Dörfer mit ausschließlich armenischer Bevölkerung) an Aserbaidschan übergeben worden. Die auf dem Territorium Berg-Karabachs (Arzach) befindlichen 3900 armenischen Kulturdenkmäler (darunter 241 Klöster und Kirchen) zuzüglich 750 historischer Denkmäler in Niederkarabach (unter anderem 153 Klöster und Kirchen) sind akut gefährdet. Es gibt alarmierende Berichte über die Zerstörung der Spuren der armenischen Kultur in Arzach durch die aserbaidschanische Regierung. In den vergangenen sechs Monaten sind bereits einige Kirchen von Grund auf zerstört worden. Im Vortrag wird die gefährdete Kulturlandschaft Arzachs vorgestellt.

Der Referent Dr. phil. habil. Armen Kazaryan ist wissenschaftlicher Direktor des Staatlichen Instituts für Kunstgeschichte am Kulturministerium der Russischen Föderation in Moskau und Autor zahlreicher Publikationen zur armenischen Architektur. http://sias.ru/institute/departments/

1. Juni 16:15 Uhr: Der Völkermord an den Osmanischen Armeniern 1915/1916 und die Situation der Armenier in Arzach/Berg-Karabach nach 2020 – Dr. phil. habil. Elke Hartmann – Fortsetzung der Ringvorlesung Die 44 Tage des Kara Bagh versus Arzach

Bis heute verweigert die Republik Türkei die Anerkennung des Genozids an den Armeniern und die Auslöschung Westarmeniens unter dem Deckmantel des Ersten Weltkriegs. Im Gegenteil: die jungtürkischen Initiatoren und Vollstrecker dieses Verbrechens gegen die Menschheit und Menschlichkeit, Taleat Pascha, Enver Pascha und Jemal Pascha, werden heute in der Türkei als Märtyrer und Helden verehrt.

Der Präsident Aserbaidschans, Ilham Aliev, und der extra angereiste Präsident der Republik Türkei, Recep Tayyip Erdogan deuteten während der Militär- und Siegesparade in Baku nach dem 44-tägigen Krieg um Arzach/Berg-Karabach am 12. Oktober 2020 unverhüllt öffentlich an, das „Werk“ ihrer jungtürkischen Vorfahren stufenweise zu Ende zu führen und auch Ostarmenien von den Armeniern „zu säubern“, um die Verbindung zu ihrer Urheimat Mittelasien und ihre Träume zur Schaffung eines pantürkischen Reiches ohne Hindernisse zu verwirklichen.

„Seit dem Waffenstillstand am 9. November sind die Aktionen Aserbaidschans scheinbar auf die Realisierung dieses Ziels gerichtet. In der Nacht zum 12. Mai 2021 überschritten aserbaidschanische Streitkräfte die Grenze der Republik Armenien und drangen unter Provokation und Misshandlung armenischer Grenzschutzsoldaten ins Land vor, wohl wissend, dass diese keinen Schießbefehl haben. Seit zwei Wochen halten sich entlang der armenisch-aserbaidschanischen Kontaktlinie diverse aserbaidschanische Diversionsgruppen bzw. Militärkräfte auf armenischem Territorium auf.“ Zitat Ankündigung https://veranstaltungen.uni-halle.de/veranstaltungen.html

Dr. phil. habil. Elke Hartmann beschäftigt sich unter anderem mit den Minderheiten im Osmanischen Reich und lehrt und wirkt als ausgewiesene Osmanistin und Turkologinan den Universitäten in Berlin (FU), Hamburg, München und Budapest (Peter-Pázmany-Universität). Sie referiert zu den Hintergründen der Entwicklungen in den letzten sechs Monaten nach dem Wiederausbruch des Kriegs um Berg-Karabach/Arzach und den nicht zu verkennenden neo-osmanischen Tendenzen.

Osmanische Soldaten stehen neben unzähligen Schädeln und Knochen von Opfern des Genozids an den Armeniern 1915/1916.

25. Mai 2021 16:15 Uhr Fortsetzung Ringvorlesung Die 44 Tage des Kara Bagh versus Arzach:

Die kaukasischen Albaner und ihre Sprache – Referent: Prof. Dr. Jost Gippert (Frankfurt / Main)

Prof. Dr. Jost Gippert ausgewiesener Experte für die albanische Sprache und Schrift, stellt in seinem Vortrag die Sprache, Literatur und Kultur eines bereits im frühen Mittelalter verschwundenen christlichen Volkes des Kaukasus vor. Akademische Kreise Aserbaidschans haben zur Begründung des Anspruchs auf das kulturelle Erbe und die historischen Siedlungsgebiete der Armenier im Südkaukasus eine Hypothese der angeblichen Abstammung des schiitisch geprägten Turkvolks der Aserbaidschaner von den christlich geprägten kaukasischen Albanern konstruiert.

Prof. Jost Gippert. Abgebildet ist sein Porträt. Er lächelt in die Kamera und hält seinen Kopf leicht nach links geneigt. Der Haaransatz ist schon nach hinten gewichen. Er trägt ein ockerfarbenes Hemd.

Prof. Gippert forscht und lehrt im Bereich der Vergleichenden Sprachwissenschaft, Digital Humanities und Manuskriptenkunde und ist Gründer und Direktor der Projekte TITUS (Thesaurus indogermanischer Text- und Sprachmaterialien, seit 1987) und ARMAZI (Kaukasische Sprachen und Kulturen: Elektronische Dokumentation, seit 1999). Mit seiner Forschungsgruppe edierte er die neuentdeckten Palimpsest-Handschriften aus dem Katharinenkloster am Sinai in „alwanischer“ („kaukasisch-albanischer“) Sprache.

Literatur:

The Caucasian Albanian Palimpsests of Mount Sinai. Ed. by Jost Gippert – Wolfgang Schulze – Zaza Aleksidze – Jean-Pierre Mahé. 1–2. Turnhout: Brepols 2009. XXIV, 530 S., zahl. Abb. (Monumenta Palaeographica Medii Aevi. Series Ibero-Caucasica 2).

18. Mai 2021 16:15 Uhr Fortsetzung Ringvorlesung Die 44 Tage des Kara Bagh versus Arzach:

Politische Geschichte Arzachs im Kontext des Ersten Weltkrieges und der Entwicklungen in der Nachkriegszeit – Referent: Harutyun Grigoryan, LL. M. mit Spezialisierung im Völkerrecht

Im Vortrag wird es in erster Linie um zentrale Ereignisse im Südkaukasus gehen – Machtkämpfe und Massaker, die die Region in der Zeit des Ersten Weltkrieges prägten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Arzach.

Im Fokus stehen die politischen und juristischen Schritte der überregionalen Akteure, die direkt oder indirekt spürbar Einfluss auf die Entwicklung in und um Arzach nahmen. Behandelt werden in erster Linie Verträge wie diejenigen von Brest-Litowsk (1918), Alexandropol (1920), Moskau (Friedensvertrag 1921) und Kars (1921) sowie die Unabhängigkeit der südkaukasischen Republiken und deren Sowjetisierung. Besondere Beachtung wird in diesem Zusammenhang der Rolle des Deutschen Kaiserreiches geschenkt.

Harutyun Grigoryan, LL. M. mit Spezialisierung im Völkerrecht, geboren in Jerewan, war nach seinem erfolgreichen Studienabschluss in Rechtswissenschaften als Spezialist in der juristischen Abteilung der Sicherheitsratskanzlei (später Präsidentenkanzlei) in Arzach tätig. Seit mehreren Jahren ist er als Rechtsberater und Vermittler mit Lizenz zur anwaltlichen Tätigkeit in Armenien und Arzach tätig. Außerdem fungiert er als Vertreter von Arzach in Deutschland.

Konferenz Moskau (Friedensvertrag 1921) Herren sitzen an einem großen Konferenztisch. Die Unterzeichner des Vertrages: Rıza Nur, Yusuf Kemal Tengirşenk, Ali Fuat Cebesoy, Georgi Wassiljewitsch Tschitscherin, Dschalaladin Korkmazow.

Ost Orientierung

2. Folge vom 14.5.2021 um 17 Uhr auf Radio Corax:
Häusliche Gewalt in Armenien, Aserbaidschan und Georgien – Umgang mit der Istanbul Konvention im Südkaukasus


Gespräch mit Nane Khachatryan, Rovshana Orujova und Edita Badasyan und Dr. Hilmar Preuß.

Jetzt zum Nachhören:

Die Istanbul-Konvention – Das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt – trat am 1. August 2014 in Kraft und wurde bisher von 34 Staaten ratifiziert. Aserbaidschan hat als einziger der Staaten im Südkaukasus die Konvention nicht unterzeichnet. Die Expertinnen berichten über die Debatten und den Umgang mit dem Vertrag sowie über den Kampf gegen häusliche Gewalt in Armenien, Georgien und Aserbaidschan. Neben der Wirkung traditioneller Rollenbilder und der Diskriminierung von Frauen sowie angefeindeten Minderheiten kommt auch auch Situation bezüglich Ressourcen wie Fachpersonal und Frauenschutzhäuser zu Sprache. Die Expertinnen schildern auch welchen Anfeindungen sich Aktivist*innen ausgesetzt finden und gegen welche Angriffe insbesondere Frauen sich immer wieder wehren.
Nane Khachatryan ist Politikwissenschaftlerin und promoviert an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zur Transformation des Parteiensystems in Armenien. Aktuell ist sie zu Feldforschungen in Armenien. Rovshana Orujova studierte in Baku Ostwissenschaften und studiert gegenwärtig Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin. Sie ist Stipendiatin der RLS und schreibt und recherchiert zu Antimilitarismus, Queer Community und intersektionalen antiautoritären Feminismus in Aserbaidschan. Edita Badasyan hat jahrelange Erfahrung als freie Journalistin aus Georgien. Sie berichtete u.a. für die Rundfunksender der ARD, das Deutschlandradio, den Schweizer Rundfunk und den ORF. Edita Badasyan recherchierte und berichtete bereits intensiv zu Frauenrechten und LGBT im Südkaukaus.

Drei junge armenische Frauen mit Mundschutz sitzen auf einer grauen Steinmauer. Zwei tragen Jeans, die dritte eine schwarze Hose. Die linke und die mittelere Frau blicken auf ein weißes Smartphone. Die Frau ganz rechts trägt eine Sonnenbrille und blickt geradeaus. Auf der Mauer befindet sich ein alter Drahtzaun. Im Hintergrund sieht man einen Berg oder Hügel mit einigen grünen Büschen.

Foto (Garik, Republic of Armenia): Citizens in masks in the center of Yerevan due to the state of emergency in the Republic of Armenia 13.6.2020. Creative CommonsAttribution-Share Alike 4.0 International

11. Mai 2021 16:15 Uhr Fortsetzung Ringvorlesung Die 44 Tage des Kara Bagh versus Arzach:

Prof. Dr. Annegret Plontke-Lüning (Jena): Arzach in Antike und Mittelalter

Der Vortrag behandelt vor allem die antiken und frühmittelalterlichen Schriftquellen, die die Region erwähnen. Als älteste Zeugnisse dürfen sie im heutigen Kontext historischer Auseinandersetzungen nicht fehlen.

Die Referentin Prof. Dr. Annegret Plontke-Lüning (Jena) hat in Jena Klassische Archäologie und Kunstgeschichte studiert; seit vielen Jahren forscht und publiziert sie vor allem zur römischen und frühmittelalterlichen Archäologie, Architektur und Geschichte Südkaukasiens.

https://mesrop.uni-halle.de/

27. April 2021 16:15 Uhr Fortsetzung Ringvorlesung Die 44 Tage des Kara Bagh versus Arzach:

The 44 War: the internal and external Implication. A view from Artsakh.

Referentin: Armine Aleksanyan (Stepanakert)

Im Rahmen der Digitalen Ringvorlesung am MESROP Zentrum für Armenische Studien Halle-Wittenberg (Sommersemester 2021)
Leitung: Prof. Dr. Armenuhi Drost-Abgarjan, Moderation: Dr. Bálint Kovács
Weitere Informationen und Anmeldung unter https://mesrop.uni-halle.de/

Termin: Dienstags (20.04. bis 27.07.2021) , 16:15 bis 17:45 Uhr

Programm:

27. April 19:00 Uhr

Erinnerungen und Eindrücke armenischer Kriegsgefangener in Aserbaidschan
Eine Veranstaltung von Kerem Schamberger und Ashkhen Arakelyan

Das Foto zeigt Fotos von armenischen Kriegsgefangenen aus dem Krieg vom Herbst 2020. In einem Zug von Menschen werden die Bilder der Männer hochgehalten. Im Vordergund ist ein Porträt eines Soldaten vor einer armenischen Fahne zu sehen.

Mit dem Waffenstillstandsabkommen zwischen Aserbaidschan und Armenien vom 9. November 2020 wurde eigentlich auch der Austausch von Kriegsgefangenen, Geiseln und anderen festgehaltenen Personen geregelt.

Dies ist aber in vielen Fällen nicht erfolgt. Von Menschenrechtsorganisationen und in den Medien gab es viele Berichte über Misshandlungen von armenischen Kriegsgefangenen und ZivilistInnen.

In einem kürzlich veröffentlichten Artikel von Human Rights Watch sagt Hugh Williamson, HRW-Direktor für Europa und Zentralasien: „Die Misshandlungen, einschließlich der Folter von inhaftierten armenischen Soldaten, sind abscheulich und ein Kriegsverbrechen“.
(https://www.hrw.org/news/2021/03/19/azerbaijan-armenian-pows-abused-custody)

Das Thema der Kriegsgefangenen hat international und in Armenien viel Aufmerksamkeit erregt. Auch die von Ashkhen Arakelyan, Studentin der Kommunikationswissenschaft an der LMU in München. Sie ist deshalb von Anfang bis Ende März 2021 von München zurück in ihr Heimatland gereist und hat rund 15 ehemalige Kriegsgefangene und zivile Gefangene getroffen und interviewt. Ihre Erfahrungen und Erinnerungen werden als Grundlage für ein Buch sein, das Ashkhen schreiben wird.

Für sie ist die Dokumentation dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit sehr wichtig. Um mehr darüber zu erfahren, was sie erlebt hat und was ihre weiteren Pläne sind, machen wir eine Zoom-Veranstaltung, auf der sie uns unsere Eindrücke schildern wird.

Die Veranstaltung wird in deutscher Sprache sein.

Für die Erstellung des Buches gibt es eine Spendenkampagne. Von 5.000€ sind erst 1.500€ gesammelt. Vielleicht habt ihr ja auch etwas übrig:
„Documenting Memories of Armenian Captives“
https://www.gofundme.com/f/documenting-memories-of-armenian-captives

Zoom-Link:
https://zoom.us/j/4748531411
Meeting-ID: 474 853 1411
Kenncode: 5iLJbX

24. April ist internationaler Völkermordgedenktag – auf Armenisch: Եղեռնի զոհերի հիշատակի օր

Armenian Genocide Remembrance Day / Armenian Genocide Memorial Day

An diesem Tag wird in Armenien, dem sich als unabhängig erklärten Arzach / Bergkarabach, der internationalen armenischen Diaspora und großen Teilen der Weltgemeinschaft der Opfer des Genozids an den Armeniern gedacht. Am 24. April 1915 veranlasste der osmanische Innenminister Talât Bey die Deportation armenischer Intellektueller aus der osmanischen Hauptstadt Istanbul. Diese Deportation wird als Beginn des Völkermords an den Armeniern betrachtet.

Der Deutsche Bundestag hat im April 2015 die massenhaften Ermordungen und Deportationen von Armeniern offiziell als Völkermord bezeichnet.

Die 44 Tage des Kara Bagh versus Arzach:

Eine umfassende Darstellung des Konflikts um die umstrittene Region Berg-Karabach

Digitale Ringvorlesung am MESROP Zentrum für Armenische Studien Halle-Wittenberg (Sommersemester 2021)
Leitung: Prof. Dr. Armenuhi Drost-Abgarjan

Moderation: Dr. Bálint Kovács

Im Rahmen der Vorlesungsreihe wird unter Einbeziehung von ExpertInnen aus den Bereichen Orientalistik, Armenologie, Kaukasus-Studien, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Ethnologie, Kunst- und Kulturwissenschaften, Archäologie, Geschichte, Philologie und Theologie eine holistische Behandlung der nicht anerkannten Republik Arzach in Geschichte und Gegenwart vorgenommen.

Weitere Informationen und Anmeldung unter https://mesrop.uni-halle.de/

Termin: Dienstags (20.04. bis 27.07.2021) , 16:15 bis 17:45 Uhr

Programm der Ringvorlesung:

Neue Sendereihe auf Radio Corax: Ost Orientierung

Am Freitag den 16.4.2021 um 17:00 Uhr startet meine neue Sendereihe auf Radio Corax. Unter dem Titel Ost Orientierung werden wissenschaftsbasierte Informationen zu Russland und der Sowjetunion geboten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Armenien. Die erste Sendung ist ein Gespräch mit der Politikwissenschaftlerin Nane Khachatryan, Doktorandin an der Universität Halle. Sie ist gegenwärtig zur Feldforschung in Armenien.

Die aktuelle politische Lage in Armenien – Konflikt mit dem Militär, Neuwahlen und Abschiebungen

Gespräch mit Nane Khachatryan (Politkwissenschaftlerin, Doktorandin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Dr. Hilmar Preuß (Autor und Philologe)

Sendung vom 16.04.2021 17:00 Uhr auf Radio Corax zum Nachhören:

Nane Khachatryan forscht zur Politik und dem Parteinsystem in Armenien. Aktuell ist sie zu Feldforschungen in Armenien. Wir führten das Gespräch über ihre aktuellen Eindrücke über die Lage in Armenien, die Proteste gegen den Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan, den schwelenden Konflikt mit der Armeeführung und die Neuwahlen im Juni 2021. Es kamen auch die inhumanen Abschiebungen aus Sachsen-Anhalt nach Armenien zur Sprache. Medien hatten berichtet, dass durch rücksichtslose Abschiebungen Familien zerissen wurden.

Nane Khatchatryan in Berlin auf dem Dach des Reichstagsgebäudes.

Gedenken an die Opfer des Krieges von 2020 in Arzach / Karabach. Vor einer Wand mit Fotos der Opfer wurden Blumen niedergelegt oder Sträuße in Vasen gestellt. Ein Kind zeigt auf ein Foto.

Armenien: Geschichte, Gegenwart und Konflikte – Update

Sendung vom 25.02.2021 um 15 Uhr auf Radio Corax

Zum Nachhören:

Fortsetzung des am 9.12.2020 von Radio Corax gesendeten Gespräches mit Prof. Armenuhi Drost-Abgarjan.

Die Expertin für Armenische Studien konnte für radiocorax noch nicht auf den aktuellen Machtkampf von Premier Paschinjan und der Armee in Armenien reagieren, bietet aber Hintergründe zur politischen Krise im Land nach dem Krieg um Bergkarabach / Arzach.

Nachdem wir im Dezember über die lange Geschichte und Kultur Armeniens gesprochen haben und uns mit dem langjährigen Konflikt um Selbstbestimmung und territoriale Integrität zwischen Armenien und Aserbaidschan (44-tägiger Krieg um Arzach / Berg-Karabach in dem Aserbaischan durch massive Militärschläge vom 27.09.2020 bis 10.11.2020 Gebiete erkämpft hat) befasst hatten, gibt es nun weitere Informationen. Die Expertin für Armeniologie gibt eine Einschätzung zur aktuellen Lage und zu politischen Fragen im Konflikt. Als praktischen Einblick in die armenische Sprache und Literatur trägt Prof. Drost-Abgarjan ein Gedicht des berühmten Poeten Jeghische Tscharenz (1897-1937) in armenischer Sprache vor und gibt Erklärungen sowie eine deutsche Übersetzung, die sie kürzlich mit ihren Studierenden erarbeitet hat.

Link zum Nachhören auf Radio Corax: https://radiocorax.de/armenien-update/

Aktuelle politische Informationen bieten z.B. Kerem Schamberger oder Hovhannes Gevorkian. Viele Informationen zum Südkaukasus gibt es auch von Ralph Hälbig bei @SouthCaucasus

Frau Professor Drost-Abgarjan sitz an einem großen Tisch in ihrem Büro und liest das Gedicht. Sie hat ergraute Haare und ist in ein großes Tuch mit grau-schwarzem Muster gehüllt. Im Hintergrund steht ein großes Bücherregal voller Bücher und Aktenordner.
Gedicht in armenischer Schrift. Darunter sind zwei schneebedeckte Berge gezeichnet. Im Vordergrund Steine und Bäume mit bunten Laub.

Gegenwärtig gibt es neben der politischen Krise in Armenien und weiteren Agressionen sowie wegen der letzten Kriegsgefangenen und tausenden geflohenen bzw. vertriebenen Menschen große Sorgen um die Kulturgüter. Im Folgenden wird eine Erklärung der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien (https://www.sci.am) zum Schutz des kulturellen Erbes der Armenier in Arzach, die Frau Prof. Drost-Abgarjan am 1.2.2021 von der Akademie zugesandt wurde, veröffentlicht:

(ERKLÄRUNG DER NATIONALEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN DER REPUBLIK ARMENIEN ÜBER DIE ORGANISATION DES SCHUTZES UND DIE ÜBERWACHUNG DES KULTURERBES IN DEN GEBIETEN, DIE UNTER DER KONTROLLE AZERBAIJANS STEHEN)

„DECLARATION OF THE NATIONAL ACADEMY OF SCIENCES OF THE REPUBLIC OF ARMENIA ON ORGANIZATION OF PROTECTION AND MONITORING OF CULTURAL HERITAGE WITHIN THE TERRITORIES THAT CAME UNDER CONTROL OF AZERBAIJAN

The strategy of the supreme governmental authorities of Azerbaijan during the months following the cease-fire agreement, which ended the war against Artsakh and was signed on the 9th November by the heads of Armenia, Azerbaijan and Russia, along with falsification and militant rhetoric shared on social media and international platforms, leave no doubt that the present government of Azerbaijan will do its utmost to annihilate the efforts for establishing peace in the region and  for de-Armenization of Artsakh.

Due to hate speech, neglecting Armenians and everything connected with the Armenians, armenophobia has become an important component of identity of the Azerbaijani society.

The government of Azerbaijan that “has made achievements” in practices on alienation of indigenous people, ethnic cleansing, periodically recurring mass murders over the past century, pursues a policy of falsification of history of the region, destruction or “Albanization” of the Armenian cultural heritage to achieve its national goals these days.

Discussion of an unfounded assertion with the involvement of Ilham Aliyev to declare the town of Shusi the cultural capital of the Turkic world, statement of the president of the Association of architects of Azerbaijan on destruction of the Armenian churches of Artsakh, appointment of Rafik Danakari, an Udi as a priest at the Dadivank monastery and demonstration of theatrical “ritual” ceremonies, provocative statements in the media about 300 “Albanian” churches in Artsakh are irrefutable evidences of implementation of this policy.

The policy of destruction, alienation of the Armenian cultural heritage is presented to the international community as a step to reinstatement of the religious right of the Albanian nation, using for this purpose representatives of the Udi people, who live in Azerbaijan in the status of hostage. Currently, efforts are being made to implement the newly established project of the “Udi” Church. It became an important tool for the anti-Armenian national goal and falsification of history.  The government of Azerbaijan never misses an opportunity to announce that the “Udi” Church is a successor of the “Albanian” Church and has the right to dispose the churches located within the territory of Artsakh, historical Utik and even modern-day Turkey, which are represented by Azerbaijani scholars-falsificators as Albanian churches.

The meanness of this policy that does not maintain any criticism in the scientific sense and is minimally relevant to morality in the political sense, becomes less ambiguous when we look back at the history of the Albanian Church and historical path of the Udi people.

Historical evidence suggests that throughout history the Albanian Church was closely related to the Armenian Church. After the period of apostles‘ teaching it was reestablished by Gregory, the grandson of Gregory the Illuminator in 330-332, and in the course of subsequent history was a part of the hierarchical system of the Armenian Church “from the spiritual point of view”.

The heads of the Albanian Church were ordained by Catholicoi of the Armenian Church or sometimes upon their consent.

During Medieval Period the Church of Caucasian Albania was completely Armenized, when in the 15th century the See of Catholicos was relocated to Gandzasar, the phrase “Catholicos of Albania” remained an honorary title, inherited from the past.

In order to hide cases of destruction of objects of the Armenian cultural heritage and vandalism within the territories that came under control of Azerbaijan, statements are circulated by the head of the Azerbaijani state that the Armenians allegedly destroyed 64 mosques of the 67 in the territory of Artsakh. This statement is an obvious lie and has political connotations. It is sufficient to note that according to the list of historical and cultural monuments protected by the state, which was approved by the government of Azerbaijan in 1988, twenty-seven mosques were recorded within the territory of Nagorno-Karabakh Autonomous Region and neighboring areas.

In this list it is mentioned that there are 282 monuments in Nagorno-Karabakh. Currently, 3900 monuments are recorded and registered in Nagorno-Karabakh, including 241 monasteries and churches. Thanks to the field investigations, the list of monuments of Karvachar and Kashatagh was thoroughly updated. Around 750 monuments have been attested and recorded, including 53 monasteries and churches. This data suggests that falsification of the facts was an essential part of the state policy of Azerbaijan over the decades.

After large scale military aggression against Artsakh, the considerable part of these monuments came under control of Azerbaijan, and sooner or later they would suffer the same fate as the Armenian cultural heritage in the territory of Nakhichevan: the monuments would be either destroyed or, in a best-case scenario, renamed and “Albanized”.

The National Academy of Sciences RA believes that protection and guarantee of integrity of the Armenian cultural heritage within the territories that came under control of Azerbaijan is a key condition for sustainable peace in the region, overcoming the humanitarian crisis and requires immediate action.

The National Academy of Sciences RA particularly appreciates performance of the obligation of the Russian peacekeeping forces to protect the Dadivank monastery and considers that peacekeeping activities should be expanded in order to exclude cases of vandalism and destruction of the historical-cultural monuments.

The National Academy of Sciences appreciates the approval of regulations in the Resolution “The Common Foreign and Security Policy” (CFSP) adopted by the European Parliament on January 20th of the current year, about ensuring the safety of the Armenian population in Nagorno-Karabakh, protection of the Armenian cultural heritage, safe return of displaced persons and refugees to their homes and immediate exchange of prisoners of war and bodies of the dead.

Attaching particular importance to the Resolution 2347 adopted by the United Nations Security Council at its meeting on 24 March 2017 emphasizing that “the unlawful destruction of cultural heritage, and the looting and smuggling of cultural property in the event of armed conflicts, notably by terrorist groups, and the attempt to deny historical roots and cultural diversity in this context can fuel and exacerbate conflict and hamper post-conflict national reconciliation, thereby undermining the security, stability, governance, social, economic and cultural development of affected States”, the National Academy of Sciences RA appeals to the heads of Co-Chair countries of the Minsk Group to support UNESCO for the implementation of monitoring in order to assess the state of the cultural heritage, situated in the territory of military actions.

At the same time, we call on international organizations, dealing with protection of the cultural property, namely the International Council of Museums (ICOM), the International Council on Monuments and Sites (ICOMOS), to assist international alliance in the issues of protection of heritage in the conflict zones and encourage USECO to realize this initiative.“

Informationen zum kulturellen Erbe gibt es z.B. bei International Council on Monuments and Sites

Dezember 2020:

Armenien: Geschichte, Gegenwart und Konflikte

Ein Gespräch von Dr. Hilmar Preuß (Slavist, Arabist, Autor) im Rahmen der Samowargespräche mit Prof. Armenuhi Drost-Abgarjan. Frau Drost-Abgarjan ist Leiterin der MESROP Arbeitsstelle für Armenische Studien und Professorin für Armeniologie am Seminar Christlicher Orient und Byzanz der Universität Halle-Wittenberg – damit ist sie die einzige Inhaberin einer Professur für Armenien-Studien in ganz Deutschland. Anlass ist die plötzliche Aufmerkamkeit für den langjährigen Konflikt um Selbstbestimmung und territoriale Integrität zwischen Armenien und Aserbaidschan. Der 44-tägige Krieg um Arzach / Berg-Karabach in dem Aserbaischan durch massive Militärschläge vom 27.09.2020 bis 10.11.2020 Gebiete erkämpft hat. Das Gespräch mit der Expertin für Armeniologie soll unter Einbeziehung differenzierter Sichtweisen ein Nachdenken über die in den Medien übermäßig wirksamen und gängigen aserbaidschanischen Narrative ermöglichen.

Radiosendung am 09.12.2020 ab 15 Uhr auf Radio Corax und zum Nachhören:

und auch im Audioportal Freier Radios:

https://www.freie-radios.net/105784

Gemeinsame Veranstaltung von Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt und Radio  CORAX

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An Open Letter on Anti-Armenian Pogroms in the Soviet Union

Jacques Derrida, Isaiah Berlin, Alain Finkielkraut,
Hans-Georg Gadamer, Jürgen Habermas, Elie Wiesel et al.

An Open Letter_3New York Times

Offener Brief aus der New York Times vom 27.07.1990.

Offener Brief vom 06.11.2020

Der Brief wurde während der Kampfhandlungen im Oktober 2020 von Prof. Dr. Armenuhi Drost-Abgarjan, MESROP Zentrum für Armenische Studien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Prof. Dr. Cornelia Horn, Seminar Christlicher Orient und Byzanz der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg initiiert und von 150 Intellektuellen unterzeichnet.

Wortlaut Offener Brief_Karabach-Konflikt_06.11.2020_09.12.2020